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Festspiel-Blog

Nachruf

Er war ein Kämpfer auf mehreren Feldern mit den Waffen des Geistes und eines ihn tief durchdringenden Humanismus: Enoch zu Guttenberg, ein zu großer künstlerischer Größe gewachsener Dirigent und kompromissloser Umweltschützer. Ein erklärter inniger Freund der Stadt Passau, die er gleichwertig neben andere Kulturmetropolen stellte. Dieser Freund ist uns genommen worden. Die Nachricht von seinem plötzlichen Tod hatte die Wirkung eines Blitzes, der sofort in die Feuilletons der bedeutenden Zeitungen einschlug. Alle noch so gut und ehrlich gemeinten Würdigungen konnten jedoch die immense Bedeutung dieses Mannes für die Musik und die Gesellschaft nur streifen. Sie haben aber dennoch verdeutlicht, dass nicht nur die Musikwelt, der Umweltschutz und soziale Moral schlechthin einen Anwalt verloren haben, um den zu trauern ein ganzes Volk aufgerufen ist. Er hat vermitteln können, wie wichtig Künste, insbesondere die Musik und Menschlichkeit sind. Speziell in einer Gegenwart, die uns eine aus den Fugen zu geratende Welt präsentiert. Jetzt kann er uns nur noch Vorbild sein in Beharrlichkeit, wenn es um die Durchsetzung bedeutender Dinge geht. Vor allem die Europäischen Wochen Passau sind diesem lauteren Künstler zu innigem Dank verpflichtet, den sie angemessen gar nicht abstatten können. Der frühere Intendant Pankraz von Freyberg hat Enoch zu Guttenberg erstmals und dann immer wieder an die Festspiele gebunden und der kam gern und immer voller Begeisterung. Auch wegen der besonderen Freundschaft, die ihn mit Freyberg verband. Der große Enoch zu Guttenberg schenkte dem EW-Publikum viele wunderbare Aufführungen in Passauer Dom, in der Studienkirche und letzthin sehr oft in der Basilika St. Mauritius des Klosters Niederalteich. Für sein Gastspiel am 7. Juli an diesem Ort hatte er u. a. das Mozart-Requiem und die Kantate „Schlage doch gewünschte Stunde“ von Georg Melchior Hoffmann aufs Programm gesetzt. – Was für eine unglaubliche Fügung für ihn persönlich, für die eigene Familie und für uns. Der Verlust ist nicht zu beschreiben.

Foto: Toni Scholz

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